31. Juli 2021 // Haller + Mele

Fensterputzer

Bio (Haller)

Man muss Haller gar nicht treffen, um sich mit ihm anzufreunden – man muss ihm einfach nur zuhören: Die Songs des Berliner Künstlers sind schlicht, aber ergreifend, emotional, aber unaufgeregt. Haller spielt mit der Sprache, zerpflückt die Dinge des Alltags, führt Selbstgespräche, verbaut kleine, leise Twists – und doch wird alles ausgesprochen, landet alles auf dem Tisch, statt im Grübelwolf zu Phrasen zerdreht zu werden. Denn das ist Haller: Er kommt, wie er ist, sagt, was er denkt, und singt, wie er fühlt. Ganz egal, wie es ihm geht.

Mit seinem ersten Album trifft Haller gefühlt jeden Nagel auf den Kopf. Dabei vereinfacht er nicht, er klärt vielmehr auf: In reflektierten Worten, die jeder versteht. Und die irgendwie jedem aus der Seele sprechen, ohne Allgemeinplätze zu bedienen. Abgedroschen oder ausgelutscht klingt hier gar nichts; selbst die Hildegard-Knef-Anleihe in »Hundejahre« perlt wie frisch eingeschenkt. Hallers wohl größter Trumpf aber ist seine besondere Gabe, auch die schwereren Gedanken in federleichte, charismatische Popsongs zu verwandeln – mit Menschlichkeit, Aufrichtigkeit und packendem Kopfstimmen-Klartext. Der allerdings nur einer von vielen Tönen ist, die Haller auf seinem ersten Longplayer anschlägt.

Die Songs entstanden im Laufe eines Dreivierteljahres, bevor Haller sie zusammen mit seinem Produzenten Jens Schneider im Studio einspielte. Gefühlvoll und mit viel Liebe zum Detail instrumentiert, entfalten sie eine außergewöhnliche Anziehungskraft. Die Melodien sind eingängig, ohne es sich zu bequem zu machen, die Texte gespickt mit kleinen Anekdötchen und gewürzt mit einer fein abgewogenen Prise Selbstironie. Manchmal sind sie auch kitschig. »Aber schön kitschig!«, ergänzt Haller schnell. Sie handeln von kindlichen Berufsträumen (»Was Nicht Mehr Aus Uns Wird«)«, von Selbstwertgefühl (»Schön Genug«), vom Abschließen (»Große Kleine Liebe«), vom Ankommen (»Hundejahre«) und noch vielen anderen großen und kleinen Hallerweltsthemen. Jeder von ihnen sei ein Teil von ihm, sagt Haller. Jeder von ihnen ist wahr. Und mit jedem Track wächst einem dieser Haller ein bisschen mehr ans Herz.

»Kuss« heißt das Album übrigens. Nein, nicht der von Mund zu Mund ist gemeint, sondern der am Ende des Briefes. Wer diesen hier öffnet, bekommt 13 feinsinnige und berührende Musikstücke – und eine kostbare Sammlung klarer Gedanken.

Socials (Haller)

Bio (Mele)

Denn Pop ist nicht einfach Pop. Und MELE eine gewiefte Beobachterin ihrer Umwelt. Die Texte sind ein kühler Blick durch doch eigentlich so freundlich-zutrauliche braune Augen auf das, was eben jedem passiert: Wollen, nicht können, resignieren und dann doch „jetzt erst recht“ rufen. Ohne Pathos. Dafür mit einem Augenzwinkern. „Musik zum durch den Tisch treten“, sagte Gandhi einst dazu. Wer dem nicht glaubt, fragt die Maeckes-, Phillip Poisel- und JEREMIAS-Fans unter seinen Freunden: Die kennen MELE schon von Supportshows.

Aufgewachsen im Dunstkreis des Stuttgarter Kesseltreibens, zog es Marlene zum Studium nach Osnabrück. Dort wird MELE als ihr Alter Ego geboren und die ersten Songs geschrieben. Songs wie „Monogamie“ oder „deine cousine“ machen schnell deutlich: MELE nimmt kein Blatt vor den Mund. Mit dem kreativen Umfeld aus Uni und Studi-Leben hat sie ihre Band zusammengetrommelt und erste Songs aufgenommen. Parallel ist sie Moderatorin beim Radio: Das Jonglieren mit Worten steht der 25-Jährigen.

Socials (Mele)

Info

Datum: 31. Juli 2021

Beginn: 20 Uhr

Ort: Innenhof des Landesmuseums, Große Bleiche 49-51, 55116 Mainz

Einlass frühe Vögel: 18 Uhr (inkl. Freigetränk)

Einlass Afterwork: 19 Uhr

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